Im November 2020 diskutierte ein Expertenteam der WHO die weiteren notwendigen Schritte zum optimalen Ablauf der SARS-CoV2-Impfaktionen. Sie betonten die Notwendigkeit weiterer großer randomisierter Placebo-kontrollierter Studien, da aufgrund der kurzen Dauer der Zulassungsstudien (Anm: durchschnittlich 2 Monate) Informationen zur längerfristigen Sicherheit und Schutzdauer fehlen und auch noch keine verlässlichen Aussagen zur kurzfristigen Sicherheit, der Gefahr eines ADE (Anm: Antikörper-abhängige Krankheitsverstärkung bei geimpften und danach infizierten Personen), der Schutzwirkung vor schweren Krankheitsverläufen und bei alten und vorerkrankten Menschen vorliegen (Anm: für valide Aussagen dazu waren die Fallzahlen in den Zulassungsstudien viel zu klein).
Vor allem bei noch begrenzten Impfstoffmengen und Impfstoffen, die sich noch in der Entwicklungsphase befinden (Anm: wie alle SARS-CoV2-Impfstoffe) halten die Experten eine Weiterführung der verblindeten Zulassungsstudien und eine Ausweitung auf eine größere Studiengruppe („sogar Hunderttausende“) für etwa 2 weitere Monate für ethisch vertretbar und notwendig und plädieren für eine Aufklärung der Teilnehmer über die Wichtigkeit der so gewinnbaren Daten. Sie äußerten Bedenken, dass nicht-randomisierte Untersuchungen (Beobachtungsstudien) nach Impfstoff-Einführung unzuverlässige und auch irreführende Ergebnisse zu Sicherheit und Wirksamkeit der Impfstoffe liefern könnten. Für die geplanten weltweiten Massenimpfaktionen sind laut Experten „äußerst zuverlässige Nachweise für die Sicherheit der Impfstoffe“ erforderlich. Bei bisher erst etwa 20.000 Personen, die im Rahmen der Pfizer-Zulassungsstudien den Impfstoff erhalten haben, besteht die Gefahr, wichtige Nebenwirkungen zu übersehen.
Die Experten halten auch die Durchführung randomisierter Placebo-kontrollierter Studien mit weiteren SARS-CoV2-Impfstoffkandidaten für sinnvoll und notwendig, da es sein könnte, dass sich die derzeit verfügbaren Impfstoffe als nicht sicher oder nicht genügend wirksam erweisen bzw. andere Impfstoffe mit einfacherer Anwendung gefunden werden könnten. Zur Erhebung der notwendigen Daten braucht es laut Experten konzertierte weltweite Anstrengungen mit Einbindung von Ländern, in denen die Impfstoffe (noch) nicht in ausreichendem Ausmaß zur Verfügung stehen. Eine gute Datenlage könnte auch die Akzeptanz dieser Impfstoffe in der Bevölkerung erhöhen.
(Anm: Trotz dieser eindeutigen Empfehlungen verschickte Pfizer bereits im November 2020 Briefe mit Ankündigung von Impfangeboten an die Studienteilnehmer und nach Erteilung der bedingten Zulassung (EU) bzw. Notfallzulassung im Dezember 2020 wurden fast alle Probanden geimpft. Weitere randomisierte Placebo-kontrollierte Studien wurden nicht mehr durchgeführt.
Laut Studiendesign hätten die Zulassungsstudien von Pfizer bzw. Moderna noch bis 2023 bzw. 2024 weiterlaufen müssen.)