Eine Infektion mit SARS-CoV-2 kann durch pathologische Autoimmunprozesse eine systemische Erkrankung auslösen. Eine bestimmte Form dieser Dysregulation ist als Multisystemisches Entzündungssyndrom bei Kindern (MIS-C) bekannt. Ähnliche Symptome können jedoch auch nach einer Impfung gegen SARS-CoV-2 auftreten (MIS-V).
Vorstellung eines 12-jährigen Buben, der wenige Tage nach der 2.Pfizer-Dosis ein Multisystemisches Entzündungssyndrom mit Polyserositis (Anm: Entzündung mehrerer seröser Häute wie Perikard, Lungen- oder Bauchfell), schweren gastrointestinalen Syndromen und schließlich ein Multiorganversagen entwickelte. Es war keine vorangegangene SARS-CoV2-Infektion bekannt, N-Antikörper waren negativ. In Herzmuskelzellen wurden Autoantikörper gegen G-Protein-gekoppelte Rezeptoren (GPCR) nachgewiesen. Der Bub erhielt primär eine immunsuppressive Therapie mit Kortison, dann mit IL-1-Antagonisten, welche jedoch beide auf Grund von Nebenwirkungen abgesetzt werden mussten. Die Therapie wurde daraufhin auf rezidivierende Immunadsorption (Blutwäsche), sowie Tacrolimus und Mycophenolsäure (zwei Immunsuppressiva, die in der Transplantationsmedizin eingesetzt werden) umgestellt. Im klinischen Verlauf traten wiederholt kritische Phasen mit Kreislaufinstabilität auf. Der Patient konnte nach etwa 2,5 Monaten unter laufender immunsuppressiver Therapie (Anm: was ihn hochgradig infektionsgefährdet macht) entlassen werden Bei der Nachuntersuchung nach 1 Jahr zeigte sich der Bub laut Autoren „in gutem Zustand“.
Bei MIS-C nach SARS-CoV2-Infektion wird als Auslöser eine Autoimmunreaktion vermutet, die aufgrund von Ähnlichkeiten in der genetischen Sequenz zwischen dem Spike-Protein und dem menschlichen Genom entstehen kann (molekular mimikry). Bei den SARS-CoV2-Impfungen wurde (Anm: unverständlicher- und unnötigerweise) genau dieses – bekannt gefährliche – Spike-Protein in voller Länge als „Impfstoff-Antigen“ ausgewählt. Die Autoren vermuten, dass der Höhepunkt von MIS-V 1-2 Monate nach Impfung liegt (Anm: was der oft getätigten Behauptung „Impfreaktionen treten nur in den ersten Tagen auf“ widerspricht).