Nach mRNA-Impfungen kommt es nicht selten zu axillären Lymphadenopathien (Lymphknotenschwellungen) am Impfarm. Um eine Überdiagnostik zu vermeiden, wurden Experten-Empfehlungen (wie z.B. diese) ausgesprochen, Lymphadenopathien, die kurz nach mRNA-Impfung auf der Impfseite auftreten, als reaktiv anzusehen. Das birgt jedoch die Gefahr einer Unterdiagnostik maligner Veränderungen.
Die Autoren präsentieren den Fall eines 53-jährigen Mannes, der etwa 2 Wochen nach der 2.Pfizer-Impfung in den linken Arm eine schmerzhafte Lymphknotenschwellung im Bereich der linken Achsel entwickelt hatte. Der Patient erhielt primär eine antibiotische Therapie, die jedoch zu keiner Besserung führte. Eine Feinnadelbiopsie ergab ein metastasiertes Melanom. 1 Jahr zuvor waren atypische Muttermale entfernt worden, jedoch ohne Krebsdiagnose. Im PET-CT zeigte sich eine starke Anreicherung im Bereich der axillären und supraclaviculären Lymphknoten. Ein Primärtumor fand sich auch nach dermatologischer Begutachtung nicht. Ein Schädel-MRT war ebenfalls unauffällig. Der weitere Verlauf wurde nicht beschrieben.
Infolge der Covid-19-Massenimpfaktionen stellt sich die diagnostische Herausforderung, einerseits maligne Lymphadenopathien rechtseitig zu erkennen, um eine Therapieverschleppung zu verhindern aber andererseits eine Überdiagnostik zu vermeiden.