Hämophilie A ist eine schwere Blutgerinnungsstörung. Sie kann angeboren sein oder (selten) erworben. Bei der erworbenen Form treten Auto-Antikörper gegen den Gerinnungsfaktor VIII auf. Die Symptome können von erhöhter Blutungsneigung bis zu lebensbedrohlichen Blutungen reichen. Aufgrund der Seltenheit der erworbenen Form dauert es oft länger bis zur Diagnosestellung. Mögliche Auslöser sind u.a. Medikamente, Autoimmunerkrankungen, Tumore oder Infektionen.
Die Autoren präsentieren den Fall eines 75-jährigen Patienten mit abnormen Blutgerinnungswerten (aPTT>90sek.), multiplen Hämatomen, Weichteilblutungen mit V.a. Kompartment-Syndrom und Blutungsanämie (Hb 7,4g/dl).Der Patient hatte keine vorbestehende Blutgerinnungsstörung oder Autoimmunerkrankung.Im Rahmen der Durchuntersuchung fand sich eine stark erniedrigte Faktor VIII-Aktivität (<1%). Die Hautblutungen begannen 3 Monate nach der 2.Pfizer-Dosis. Trotz einer Therapie mit primär Faktoren-Substitution, später ergänzt durch Desmopressin und schließlich Kortison zeigte sich nur eine minimale Verbesserung. Auch nach Therapieeskalation mit Rituximab (ein monoklonaler Antikörper) traten weiter Spontanblutungen auf, weshalb der Patient Cyclophosphamid (ein Zytostatikum und Immunsuppressivum) und anschließend Cyclosporin (ein starkes Immunsuppressivum aus der Transplantationsmedizin) erhielt. Der Patient wurde schließlich mit oraler Cyclosporin-Therapie entlassen (Anm: unter dieser Therapie ist der Patient hochgradig Infekt-gefährdet). Weitere engmaschige Kontrollen waren geplant. Der weitere Verlauf wurde nicht beschrieben.
Es wird auf 6 weitere publizierte Fälle nach mRNA-Impfung verwiesen.
Es gibt bereits zahlreiche Berichte über Autoimmunerkrankungen nach diesen Impfungen. Der Nachweis eines Kausalzusammenhanges ist auf Grund des sehr variablen Verlaufes schwierig. Eine weitere Abklärung ist erforderlich.