Erworbene Hämophilie A (AHA) ist eine seltene Autoimmunerkrankung, die durch Autoantikörper gegen den Blutgerinnungsfaktor VIII verursacht wird.
Die Autoren berichten seit Impfbeginn über eine ungewöhnlich hohe AHA-Inzidenz in der norditalienischen Provinz Reggio Emilia (Hintergrundinzidenz 1,9 Fälle pro 1 Million Einwohner pro Jahr. In den letzten 5 Jahren inklusive dem Pandemiejahr 2020 waren insgesamt 5 Fälle in der Provinz aufgetreten. Reggio Emilia hat etwa ½ Million Einwohner und seit Impfbeginn vor 8 Monaten wurden bereits 4 Fälle nach Pfizer-Impfung gemeldet und 2 weitere Fälle ohne Impf-oder Covid-19-Anamnese – das entspricht einer mehr als 6-fachen Steigerung). Es gibt bereits viele Berichte über Autoimmunphänomene (inkl. AHA) nach SARS-CoV2-Impfung. Die immunmodulatorischen Auswirkungen dieser Impfungen sind laut Autoren noch unzureichend erforscht (Anm: eine Aussage, die nicht ganz zur politischen Darstellung der „nebenwirkungsfreien“ und bestens getesteten Impfstoffe passt).
Das Alter bei den gemeldeten 4 Fällen nach Impfung lag zwischen 67 und 86 Jahren. Zwei der Patienten hatten eine vorbestehende Autoimmunerkrankung, bei einem wird in der Vorgeschichte ein „rezidivierender Harnblasenkrebs“ beschrieben (dazu gibt es keine näheren Informationen). Der 4. Patient war vorher gesund. In allen Fällen kam es zu schweren Blutungsereignissen. Bei einer Patientin war 14 Tage nach der 1. Pfizer-Dosis ein Hämatom an der Zunge aufgetreten. Wenige Tage nach der 2.Dosis wurde die Patientin wegen neuerlicher Hämatome an Zunge, Kiefer und Knie in die Notaufnahme gebracht (ähnliche Verläufe wurden auch in früheren Fallbeschreibungen aufgezeigt).
Anm: Die zeitliche Korrelation, das (schwerere) Rezidiv nach neuerlicher Impfung sowie die deutlich erhöhte Inzidenz dieser seltenen Erkrankung seit Impfbeginn sprechen für einen kausalen Zusammenhang mit der Impfung.
Auch in dieser Studie betonen die Autoren das positive Nutzen-Risiko-Verhältnis dieser Impfungen (was die Chancen auf Veröffentlichung der Studie deutlich erhöht). Diese Aussage erscheint angesichts der Tatsache, dass die selbst schreiben, „die immunmodulatorischen Auswirkungen dieser Impfungen sind noch wenig erforscht“ etwas gewagt.
https://www.thrombosisresearch.com/article/S0049-3848(22)00016-0/fulltext