Wie groß ist die Gefahr einer Überlastung des Gesundheitssystems?

Österreich liegt mit 29 Intensivbetten/100.000 Einwohner weit über dem OECD-Schnitt von 16/100.000 (Großbritannien hat beispielsweise 10, Irland sogar nur 5 Intensivbetten/100.000 EW). Auch bei den Krankenhausbetten allgemein liegt Österreich im Spitzenfeld. Damit haben wir schon einmal eine sehr gute Ausgangslage. In Österreich wurden 2020 zusätzliche Notlazarette eröffnet, welche nie benötigt wurden.

Durch den wellenförmigen Verlauf von Corona gab es während kurzer Zeiträume hohe Bettenauslastungen und manche geplanten Operationen mussten verschoben bzw. Patienten in andere Krankenhäuser verlegt werden. Solche Spitzenbelastungszeiten kennen wir jedoch auch aus vielen vergangenen Grippewellen (seit vielen Jahren wird medial immer wieder vor einer drohenden Überlastung des Gesundheitssystems gewarnt). Die Akutversorgung der Österreicher war nie gefährdet. 

Insgesamt lag die Zahl der ambulant und stationär versorgten Patienten 2020 laut Rechnungshofbericht deutlich unter der Zahl der Vorjahre. Dies deckt sich mit einem Bericht auf der Website des deutschen Gesundheitsministeriums, in dem es heißt: “(2020) sank die Bettenauslastung auf einen Allzeittiefpunkt von 67,3% (und 68,6% auf der Intensivstation). Dies berücksichtigt bereits die … COVID-19 Patienten, für deren stationäre Versorgung im Jahresschnitt … 2% aller Betten und knapp 4% der Intensivbetten benötigt wurden.”

Ein großes Problem in Österreich ist allerdings der seit vielen Jahren zunehmende Personalmangel im Gesundheitssystem, dem trotz zahlreicher Warnungen bis heute nicht effektiv gegengesteuert wurde. Die belastenden Arbeitsbedingungen der letzten 2 Jahre (Schutzkleidung, Masken, Mobbing ungeimpfter Mitarbeiter, Impfpflicht bei Neuanstellung …) haben diese Situation noch verschärft. Hier herrscht dringender Handlungsbedarf seitens der Politik.

Tags: Personalmangel, Spitalsbetten, Spitalsüberlastung

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